Update: 04.04.10

Angel war etwas ganz besonderes! Nicht nur, weil wir eigentlich kein Chin mehr haben wollen und uns dann doch in die Süße verliebt haben, nein... vielmehr hatte dieses Tier einen so starken Charakter, daß wir beeindruckt waren, aber alles der Reihe nach:

Beim Surfen durchs Internet bin ich auf einer Abgabeliste (Petra Meyer Fremdabgabe) gelandet... dort wurden Saphir Ebonys angeboten.

Ich habe bis dahin nie verstanden, was die Leute alle an Saphir finden! Wir hatten uns bei Herrn Wortberg mal eines zeigen lassen und fanden es recht unspektakulär

Aber diese Farbe interessierte mich dann doch, durch Telefonate mit Petra wußte ich, daß sie bei Gisela Lenski die Tiere bereits fotografiert hatte, also bat ich darum, die Fotos mal zugeschickt zu bekommen, etwa 2 min später hatte ich diese, war gerade am Bewundern, als Michael hereinkam... wir hatten uns beide sofort in diese Bilder verguckt und so nahmen wir mit Gisela Kontakt auf.

Nach der 4 Mail sagte sie uns, daß wir ein Tier haben könnten!!! Die Freude war riesig und so wurde ein Abholtermin ausgemacht.

Wir bekamen die kleine Maus auf den Arm und das Gewusel ging los: Neugierig wurde unser Oberkörper hüpfend erkundet und man ließ sich auch brav streicheln... wir waren hin und weg.

Im Auto stellten wir dann fest, daß Angel eine kleine (winzig!) Verletzung an der Oberlippe hatte, die jedoch verkrustet war und sie nicht einzuschränken schien, weil sie machte sich gleich mal gierig über das Futter her, das wir in der Transportbox hatten.

Die Vergesellschaftung ließ etwas zu wünschen übrig, weil Angel so dominant war und sich nicht unterwerfen wollte, jeder der sie nur schief ansah wurde quer durch den Käfig gejagt! Und das von dieser Handvoll Chin.

Tage später fiel die Kruste an der Oberlippe ab und der pure Eiter kam gelaufen... ich also ab mit ihr zum “Tierärztlichen Notdienst”. Jetzt, da die Kruste ab war, konnte man sehen, daß die Verletzung größer war, als zunächst angenommen... die Kruste hatte die Lippe soweit verklebt, daß man nicht sehen konnte, daß diese “gespalten” war!!!

Die Tierärztin war der Ansicht, daß unbedingt genäht werden mußte, da die Oberlippe alleine sonst nicht abheilen könnte, also wurde der Eiter abgetragen, steril alles durchgespült AB gespritzt, die Wunde vernäht und die Süße, nachdem sie aus der Narkose erwacht war mir wieder mit nach Hause gegeben, mit der Anweisung, täglich 0,1ml AB zu geben und eine 1/16 Schmerztablette. Das war Freitags!

Samstag ging soweit alles gut, die Kleine fraß auch selbständig... die Vergesellschaftung war natürlich im Eimer, weil sie durch die OP jetzt anders roch, aber ich wollte sie ersteinmal gesund bekommen, dann würde ich halt nochmal von vorne anfangen!

Sonntag um 14 Uhr setzte sie dann plötzlich kleine Köttel ab, die der Arzt als Hungerköttel definierte, ich müsse jetzt zufüttern, zunächst mit 1ml pro Stunde, dann nach 5 Stunden nur noch 0,5ml Pellettbrei.

Sie war trotz allem fit, wehrte sich gegen das zufüttern und war frech wie Oskar, flitze durch die ganze Wohnung und hüpfte auf Möbel, die in einer Höhe standen, die sie niemals hätte erreichen können. Als sie bis um 21 Uhr immer noch keine Köttel abgesetzt hatte, rief ich wieder beim Notdienst an, der TA meinte, das könne schon mal bis zu 12 Stunden dauern, ich solle mir keine Sorgen machen!!! Nachdem sie aber bis morgens um 8 Uhr immer noch nichts abgesetzt hatte, weckte ich Michael (der glücklicherweise Urlaub hatte!) und bat ihn, nochmals mit der Kleinen zum TA zu fahren (ich konnte ja leider nicht, ich hatte Schule!).

Um 9 Uhr rief ich direkt an und Michael sagte, er hätte sie beim TA lassen müssen, der Arzt wollte sie röntgen, eine Aufbauspritze geben und zufüttern, wir können abends nochmal anrufen, wie es ihr geht... das war am Montag!

Natürlich haben wir sie nicht abholen dürfen, es ginge ihr weiterhin nicht allzugut, sie seie sehr schwach und müsse weiterhin unter Beobachtung bleiben, wir sollen am Dienstag um 10 Uhr nochmals anrufen... da sagte man uns es wäre ihr die Nacht über zwar gutgegangen, sie hätte sogar selbständig gefressen, jedoch seie sie wieder schwach und müsse noch beobachtet werden, wir sollen um 18 Uhr wieder anrufen... um 18 Uhr sagte man, daß sie nochmals eine Nacht zur Beobachtung bleiben sollte, was ich jedoch nicht mehr wollte, ich fragte nach, was die Nacht über gemacht würde, und als der TA sagte unter die Wärmelampe und zufüttern erwiederte ich, daß ich das auch könne, ich käme sie jetzt abholen.

Schon auf dem Heimweg sah ich, wie schwach die Süße wirklich war, sie fiel auf die Seite und berappelte sich nur sehr schwer wieder, ich hatte die Hoffnung, daß könne an den Schmerzmitteln liegen und telefonierte nochmals mit dem Arzt, dieser sagte jedoch, daß sie das letzte Mal um 9 Uhr dieses Medikament erhalten hatte und damit wußte ich, was die Uhr geschlagen hatte.

Michael und ich hielten sie abwechsend warm, bis er gegen 24 Uhr ins Bett ging... ich stellte die Fütterung dann ein (laut TA!) und hielt sie auf dem Bauch liegend... sie schlief immer mal wieder ein so um 4 Uhr hörte ihr kleines Herz dann auf zuschlagen und sie ist für immer eingeschlafen, aber sie hat bis zuletzt wie eine kleine Löwin gekämpft... sie war wohl leider zu klein und zu schwach für solch eine schwere Krankheit

 

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